← Zurück zum Magazin
Ratgeber

Mehr als jedes dritte Unternehmen in Deutschland kann offene Stellen aktuell nicht besetzen: der DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 beziffert den Anteil auf 36 Prozent. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Gehalt allein längst nicht mehr entscheidet: 67 Prozent der Arbeitnehmer:innen würden laut StepStone Gehaltsreport 2026 einen niedriger dotierten Job mit besseren Benefits einem besser bezahlten Job ohne Zusatzleistungen vorziehen. Für den Mittelstand heißt das: Employer Branding ist kein Marketing-Nice-to-have mehr, sondern eine unternehmerische Kernfrage, und Corporate Benefits wie die betriebliche Altersvorsorge gehören zu den wirkungsvollsten Hebeln.

👤
Marc Karkossa
CEO & Co-Founder, DYNO
6 min Lesezeit


Employer Branding: Definition und Abgrenzung

Employer Branding bezeichnet den systematischen Aufbau einer glaubwürdigen Arbeitgebermarke, mit dem Ziel, im Wettbewerb um Fachkräfte als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sowohl extern im Recruiting als auch intern bei der Mitarbeiterbindung. Anders als klassisches Personalmarketing, das einzelne Stellenanzeigen bewirbt, zielt Employer Branding auf ein konsistentes, glaubwürdiges Gesamtbild: Werte, Kultur, Führung und eben auch die konkreten Leistungen, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden bietet.

Warum der Fachkräftemangel Employer Branding zur Pflichtaufgabe macht

Der demografische Hintergrund verschärft die Lage strukturell: Die Bundesagentur für Arbeit prognostiziert für den Zeitraum 2025 bis 2035 einen Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials um bis zu vier Millionen Personen, weil die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Der Wettbewerb um Talente wird damit nicht zu einer vorübergehenden Herausforderung, sondern zum Dauerzustand.

Gleichzeitig zeigt eine LinkedIn-Studie, dass 75 Prozent der Fachkräfte beim Jobwechsel den Ruf des Arbeitgebers als primäres Kriterium berücksichtigen, noch vor Gehalt und Standort. Eine glaubwürdige Arbeitgebermarke, belegt durch konkrete, nachvollziehbare Leistungen statt durch Worthülsen, ist damit der wirksamste Hebel im Wettbewerb um Fachkräfte.

Die bAV als Kern-Benefit: Was die Zahlen zeigen

Im Mittelstand ist die betriebliche Altersvorsorge längst als zentrales Bindungsinstrument erkannt. Laut einer Studie von Generali Deutschland und F.A.Z. BUSINESS MEDIA setzen acht von zehn mittelständischen Betrieben auf die Betriebsrente mit finanzieller Arbeitgeberkomponente, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Gleichzeitig zeigt die HDI Rentner-Studie 2026 ein strukturelles Defizit: rund 60 Prozent der Unternehmen bieten keine rein arbeitgeberfinanzierte bAV an, obwohl gerade diese Form als besonders wirksam für die Mitarbeiterbindung gilt.

Noch gravierender ist ein zweites Problem: Kommunikation. Eine aktuelle Auskopplung der Continentale-Studie 2026 zeigt, dass viele Beschäftigte gar nicht wissen, welche Vorsorgeleistungen ihr Arbeitgeber überhaupt bereithält. Das bedeutet: Selbst ein gutes bAV-Angebot verpufft als Employer-Branding-Argument, wenn es nicht aktiv, verständlich und wiederholt kommuniziert wird.

Dass sich genau hier der größte Hebel verbirgt, zeigen die Erfahrungswerte aus der DYNO-Plattform: Die Aktivierungsquote über alle betreuten Arbeitgeber ist von rund 16 bis 19 Prozent Ende 2023 auf aktuell 38,8 Prozent gestiegen, also mehr als verdoppelt. Verändert hat sich dabei nicht die gesetzliche Grundlage, sondern die Verständlichkeit des Angebots und die Art, wie es gegenüber der Belegschaft erklärt wird.

Vom Benefit zum Brand Ambassador

Ein Brand Ambassador ist eine Person, meist eine eigene Mitarbeiterin oder ein eigener Mitarbeiter, die die Arbeitgebermarke glaubwürdig nach außen trägt, etwa in Bewertungsportalen, auf Social Media oder im persönlichen Netzwerk. Mitarbeitende werden aber nur dann zu authentischen Botschaftern, wenn sie selbst von den Leistungen überzeugt sind, die sie nach außen vertreten sollen. Eine gut erklärte, spürbar wertige bAV ist damit nicht nur ein Recruiting-Argument in der Stellenanzeige, sondern ein Gesprächsthema, das bestehende Mitarbeitende aus eigenem Antrieb weitertragen, wenn sie den Nutzen wirklich verstanden haben.

Kein Branchenthema, sondern ein Mittelstandsthema

Der Hebel wirkt dabei nicht nur in Tech-Unternehmen. Unter den 600 über DYNO betreuten Arbeitgebern finden sich Softwarehäuser und IT-Dienstleister ebenso wie Steuerberatungen, Kindertagesstätten, Physiotherapiepraxen und Betriebe des verarbeitenden Gewerbes. Der Median liegt bei acht Mitarbeitenden pro Unternehmen. Das widerlegt eine verbreitete Annahme, dass eine wettbewerbsfähige, kapitalmarktnahe bAV kein Privileg großer Konzerne mit eigener HR-Abteilung ist, sondern für kleine und mittlere Betriebe in praktisch jeder Branche umsetzbar.

Was einen modernen bAV-Benefit von einem austauschbaren unterscheidet

Merkmal

Klassische bAV (Garantieprodukt)

Moderne ETF-bAV

Kommunizierbarkeit

Abstrakt, schwer erklärbar

Konkret: Kapitalmarktrendite, Kostentransparenz

Wahrgenommener Wert

Gering, da oft unbekannt

Hoch, wenn aktiv erklärt

Administrativer Aufwand HR

Hoch, papierbasiert

Gering, digital automatisiert

Wirkung auf Employer Brand

Neutral bis unsichtbar

Differenzierendes Argument im Wettbewerb um Fachkräfte

Praxis-Checkliste für HR und Geschäftsführung

  • bAV nicht nur anbieten, sondern aktiv und wiederholt kommunizieren, mindestens beim Onboarding und danach jährlich.

  • Konkrete Zahlen statt Worthülsen nutzen: Was bedeutet der Arbeitgeberzuschuss in Euro, was die ETF-Rendite langfristig?

  • Bestehende Mitarbeitende als Brand Ambassadors einbinden, indem ihnen die Benefits verständlich und nachvollziehbar erklärt werden.

  • Digitale, provisionsfreie Anbieter prüfen, die den administrativen Aufwand für HR spürbar senken.

  • Employer-Branding-Botschaften mit echten, überprüfbaren Fakten unterlegen statt mit generischen Floskeln.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist Employer Branding nur etwas für große Unternehmen?

Nein. Gerade im Mittelstand ist eine glaubwürdige Arbeitgebermarke oft der entscheidende Vorteil gegenüber größeren Wettbewerbern mit höheren Gehaltsbudgets.

Reicht ein gutes Gehalt nicht aus, um Fachkräfte zu binden?

Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Arbeitnehmer:innen bewusst Gehalt gegen bessere Benefits eintauschen würde. Gehalt bleibt wichtig, ist aber kein Alleinstellungsmerkmal mehr.

Was macht die bAV zu einem besonders wirksamen Employer-Branding-Baustein?

Sie adressiert ein konkretes, finanzielles Bedürfnis der Belegschaft und wirkt, richtig kommuniziert, deutlich glaubwürdiger als abstrakte Kulturversprechen.

Wie wird ein Mitarbeitender zum Brand Ambassador?

Indem er oder sie die angebotenen Leistungen tatsächlich versteht und als werthaltig empfindet. Unwissenheit über eigene Benefits verhindert genau das.

Fazit

Employer Branding im Mittelstand gewinnt nicht durch generische Statements über Unternehmenskultur, sondern durch konkrete, nachvollziehbare Leistungen, die aktiv erklärt werden. Die bAV ist dafür einer der stärksten verfügbaren Hebel, wird aber in der Praxis häufig verschenkt, weil sie entweder gar nicht arbeitgeberfinanziert oder schlicht nicht ausreichend kommuniziert wird. DYNO schließt genau diese Lücke: eine provisionsfreie, ETF-basierte bAV, die sich in rund 20 Minuten einrichten lässt und HR die Kommunikation gegenüber der Belegschaft erleichtert, statt sie zu erschweren.

Dieser Kommentar gibt die Einschätzung von DYNO wieder und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

👤
Marc Karkossa
CEO & Co-Founder, DYNO
Marc Karkossa ist Gründer und CEO von DYNO, der provisionsfreien bAV-Plattform für KMUs. Er arbeitet seit 2014 in der betrieblichen Altersvorsorge.

Bereit, bAV im Unternehmen einzuführen?

Provisionsfrei, ETF-basiert, in unter 10 Minuten aufgesetzt.

Demo buchen →